Was ist Ambulant betreutes Wohnen?

Ambulant betreutes Wohnen (künftig: Assistenz in eigener Häuslichkeit) ist ein Unterstützungsangebot für Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die in ihrer eigenen Wohnung leben und dabei stundenweise Begleitung im Alltag brauchen.

Im Unterschied zu stationären Einrichtungen (besonderen Wohnformen) wohnen die Klient/innen selbstständig, werden aber regelmäßig von Fachkräften besucht und  begleitet.

Für wen ist das Angebot?

Für Erwachsene mit psychischer Erkrankung, die:

  • in einer eigenen Wohnung leben oder eine suchen,
  • Unterstützung im Alltag wünschen,
  • selbstbestimmt leben möchten, aber nicht allein gelassen werden wollen.

Wobei helfen wir?

Alltagsstrukturierung:

Wir helfen Ihnen, den Alltag zu organisieren – sei es bei der Haushaltsführung, beim Einkaufen oder Anleitung bei der Pflege Ihrer Wohnung. Gemeinsam schaffen wir eine geregelte Tagesstruktur, die Ihnen Stabilität und Sicherheit bietet.

Emotionale Unterstützung & Krisenintervention

In regelmäßigen Gesprächen unterstützen wir Sie dabei, Ängste, Sorgen und Herausforderungen zu bewältigen. Und falls Krisen auftreten, finden wir gemeinsam Lösungen. In einer Krise ist es wichtig, schnell Hilfe zu bekommen. Wir sprechen mit Ihnen, wir hören zu, und wir überlegen gemeinsam: Was brauchen Sie jetzt? Wer kann noch helfen? Manchmal reicht ein Gespräch. Manchmal ist mehr Unterstützung nötig.

Unterstützung bei der Wohnungssuche

Wir unterstützen Sie bei der Suche nach einer eigenen Wohnung. Gemeinsam schauen wir nach passenden Angeboten, helfen beim Schreiben von Bewerbungen und begleiten Sie bei Wohnungsbesichtigungen. Auch beim Kontakt mit Vermieterinnen und Vermietern stehen wir Ihnen zur Seite und erklären Ihnen, was im Mietvertrag steht. Wenn Sie eine Wohnung gefunden haben, helfen wir bei Bedarf auch bei der Organisation des Umzugs und beim Einrichten. Unser Ziel ist, dass Sie gut und sicher in Ihrer eigenen Wohnung leben können.

Freizeitgestaltung & Soziale Teilhabe:

Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Freizeit gut zu gestalten und mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Das kann zum Beispiel ein Spaziergang, ein Besuch im Café, ein Gruppenangebot wie z.B. ein Ausflug sein. Sie entscheiden, was Ihnen Freude macht. Wichtig ist: Sie sollen sich wohlfühlen und Ihr Gemeinschaftsgefühl soll gestärkt werden.

Soziale Kompetenzen & Beziehungsgestaltung

Die Ablösung vom Elternhaus ist ein wichtiger Schritt in ein selbstständiges Leben. Wir begleiten diesen Prozess einfühlsam und unterstützen dabei, eigene Rollen zu entwickeln und persönliche Grenzen klar zu setzen. Gemeinsam reflektieren wir familiäre Dynamiken und fördern eine wertschätzende Kommunikation. Ziel ist es, Beziehungen bewusst zu gestalten und gleichzeitig die eigene Eigenständigkeit zu stärken.

Medizinische Unterstützung:

Brauchen Sie Unterstützung bei Arztbesuchen oder im Umgang mit Ihren verordneten Medikamenten? Wir begleiten Sie und arbeiten mit Ihren behandelnden Ärztinnen und Therapeutinnen zusammen, damit Sie die bestmögliche Unterstützung erhalten.

Hilfe bei Behördenangelegenheiten:

Formulare, Anträge, Ämter – wir lassen Sie nicht allein damit. Wir unterstützen Sie beim Ausfüllen von Anträgen, begleiten Sie zu Terminen und helfen Ihnen dabei, die Leistungen zu bekommen, die Ihnen zustehen.

Förderung der Selbstständigkeit:

Unser Ziel ist es, Sie zu stärken! Schritt für Schritt unterstützen wir Sie dabei, Ihr Leben eigenständig zu gestalten und Ihre persönlichen Ziele zu erreichen. Dazu gehört auch die Unterstützung bei der Regulierung finanzieller Angelegenheiten, bei der sinnvollen Freizeitgestaltung sowie bei der beruflichen (Neu-)Orientierung.

Wo unsere Hilfe an Grenzen stößt

Unser Angebot richtet sich an Menschen mit einer psychischen Erkrankung, die selbstständig in einer eigenen Wohnung leben oder bald in eine Wohnung ziehen möchten. Es gibt jedoch Grenzen, bei denen wir nicht oder nur eingeschränkt unterstützen können.

Wir können Sie nicht begleiten, wenn:

  • kein Wohnraum vorhanden ist (wir stellen keine Wohnungen zur Verfügung),
  • eine Suchterkrankung im Vordergrund steht,
  • eine akute Doppeldiagnose vorliegt (zum Beispiel Psychose und schwere Sucht gleichzeitig),
  • akute Fremdgefährdung besteht,
  • keine Grund-Selbstständigkeit vorhanden ist (z. B. bei umfassendem Pflegebedarf).

In solchen Fällen helfen wir, andere passende Angebote zu finden. Sprechen Sie uns gerne an – wir beraten Sie offen und ehrlich.

Wer übernimmt die Kosten? Ablauf Beantragung der Hilfe….

Unsere Leistungen werden in der Regel im Rahmen der Eingliederungshilfe nach dem SGB IX finanziert. Wenn bei Ihnen eine psychische Erkrankung diagnostiziert wurde, übernimmt der Sozialhilfeträger – wie z. B. der Landschaftsverband Westfalen-Lippe – die Kosten.

Am Anfang steht ein erstes Gespräch, in dem wir uns kennenlernen und gemeinsam klären, ob unser Angebot zu Ihrer Situation passt.
Wenn Sie sich für das betreute Wohnen entscheiden, unterstützen wir Sie bei der Antragstellung beim zuständigen Sozialhilfeträger.

Nach der Bewilligung beginnt unsere regelmäßige Begleitung. Eine feste Bezugsbetreuerin oder ein Bezugsbetreuer plant gemeinsam mit Ihnen, wobei Sie Unterstützung wünschen – zum Beispiel im Haushalt, bei Arztbesuchen, in schwierigen Situationen oder bei der Tagesstruktur.

Die Hilfe wird individuell angepasst, verlässlich vereinbart und regelmäßig gemeinsam überprüft. Ziel ist immer: ein möglichst selbstständiges, stabiles und gutes Leben in der eigenen Wohnung.

Ihr Weg zu uns

Möchten Sie mehr über unser Angebot erfahren oder einen Termin für ein persönliches Gespräch vereinbaren?
Schreiben Sie uns eine E-Mail oder rufen Sie uns an! Wir freuen uns darauf, Sie kennenzulernen und gemeinsam mit Ihnen die passende Unterstützung zu finden.